Auf dem Weg zu einem Masterplan

Auf dem Weg zu einem Masterplan

Lehnin. Es soll die Initialzündung für einen Masterplan sein. Bei einem Forum auf dem Schulcampus erlebte die Gemeinde Kloster Lehnin am Montag den Start in das größte Beteiligungsprojekt seit der Wende. Bürger aller 14 Ortsteile sind aufgerufen ihre Meinung zum aktuellen Lebens- und Arbeitsumfeld in ihren Dörfern zu artikulieren. Außerdem sind Vorstellungen zur künftigen Entwicklung in der Kommune gefragt. Im Rahmen des Projektes „Stadt-Land gestalten. Mach mit!“ geht es um mehrere Themenfelder vom Kloster über Bildung, Gewerbe bis zur Landschaft.

Bürgermeister Uwe Brückner erhofft sich von dem bis Ende des Jahres laufenden Projekt unter anderem einen höheren Bekanntheitsgrad für alle Ortsteile, einen Aufschwung für die ländliche Baukultur und neue Investitionen. „Wir haben Ortsteile, in denen sich unsere Bürger wohlfühlen. Aber es gibt unterschiedliche Entwicklungspotenziale, die wir analysieren und befördern wollen“, sagte Brückner vor rund 50 Gästen aus der Kommunalpolitik und der Verwaltung, von Unternehmen, Vereinen und Institutionen.
Die erste Phase der Bürgerbeteiligung ist bereits angelaufen. Und zwar in Form von Fragebögen. die dem Amtsblatt beigelegt wurden. Doch dabei bleibt es nicht. Schulleiter Dirk Lenius kündigte an, dass sich auch die Grund- und Gesamtschule in die Ausgestaltung des Projektes einbringen wird. Der prosperierende Schulstandort ist ein wichtiger Themenschwerpunkt. Kein Wunder, die Kommune hat Millionen in die Ausstattung und Neustrukturierung des Komplexes investiert.

Die Wiedereinführung der Abiturstufe beschert Lehnin einen nicht mehr für möglich gehaltenen Schüleransturm mit einer vierzügigen 7. Klassenstufe. Hält der Boom an, rechnet Lenius im Jahr 2023 mit bis zu 1000 Schülern und an die 80 Pädagogen. Mit dem Schuljahr 2018/19 wird in Klasse 10 Astronomie wieder als Pflichtfach eingeführt.

Das Beteiligungsprojekt verschafft der Kommune zwar keine neuen Straßen, schönere Plätze oder ein freies WLAN in allen Ortsteilen, doch es soll auch kein Strohfeuer sein. Auf sechs Litfaßsäulen werden die Schwerpunkte der künftigen Entwicklung dokumentiert. Auf einer Faltkarte finden die Kloster Lehniner ihrer Lieblingsplätze wieder. Außerdem soll eine Broschüre die Ergebnisse des Projektes nachvollziehbar machen. Nach Plaue (Brandenburg an der Havel) und Letschin im Oderbruch ist Kloster Lehnin erst die dritte Kommune im Land Brandenburg, die sich erfolgreich um eine Teilnahme beworben hatte. Das Projekt wird unterstützt vom Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung sowie der Brandenburgischen Architektenkammer.

Die praktische Umsetzung liegt in den Händen der Firma Best Projekte für Baukultur und Stadt. Die Kuratorinnen Nicola Bröcker, Celina Kress und Simone Oelker werten nicht nur die Fragebögen aus, sondern besuchen Vereine, befragen Bürger und erstellen 20 beispielhafte Biografien von Kloster Lehninern. Außerdem wird es im September ein Architekturgespräch zur Baukultur in Kloster Lehnin geben.

Scroll to Top