Bauen, Bildung und Verkehr

Bauen, Bildung und Verkehr

Bauen, Bildung und Verkehr
Quelle: Marion von Imhoff | Quelle (Luftbild): Dirk Fröhlich

Kloster Lehnin. Für den Gemeinderat von Kloster Lehnin kandidieren am 26. Mai 64 Bürger um einen der 22 Sitze. 50 Männer und 14 Frauen ringen um ein Mandat. Damit liegt der Frauenanteil bei knapp 22 Prozent. Somit liegt er leicht niedriger als in der Nachbar-Gemeinde Groß Kreutz (Havel), wo der Frauenanteil25 Prozent beträgt.

Die Gemeinde Kloster Lehnin besteht aus 14 Ortsteilen. Der größte mit rund 3090 Einwohnern ist Lehnin. Der kleinste Ortsteil ist Emstal. In dem Dorf leben rund 334 Männer, Frauen und Kinder. Die Autobahn 2 führt mitten durch die Gemeinde, sieben Ortsteile liegen nördlich davon und sieben südlich. Die A 2 ist auch der verkehrstechnische Hauptmotor Kloster Lehnins. Zwei Autobahnabfahrten bescheren den Dörfern beste Anbindung, verbunden aber auch mit den Nachteilen einer solchen Schlagader: der teils hohe Lärmpegel an den Anrainerorten.

Die nun zu Ende gegangene Legislaturperiode war in Kloster Lehningeprägt vom Wechsel an der Rathausspitze. Seit Sommer 2016 und somit seit fast drei Jahren ist Uwe Brückner (parteilos) hauptamtlicher Bürgermeister. Er hat die Nachfolge seines langjährigen Vorgängers Bernd Kreykenbohm angetreten.

Brückner musste sogleich mächtige Bauprojekte stemmen. Das Wichtigste ist sicherlich die bauliche Erweiterung des Schulcampus’ in Lehnin um eine gymnasiale Oberstufe. Kostenpunkt: 1,36 Millionen Euro. Die Grund- und Gesamtschule Lehnin kann nur als Erfolgsmodell gewertet werden und ist landesweit fast einzigartig. 655 Jungen und Mädchen besuchen dort die beiden Schulformen, Tendenz steigend.

Ein Kraftakt für die Gemeinde ist auch die Sanierung des Renaissancebaus in Reckahn, der 3,2 Millionen Euro kostet. Der Bund trägt davon 1,12 Millionen Euro, die restliche Summe muss die Kommune stemmen. Die Fertigstellung des Gemeinde-, Kultur- und Konferenzzentrums wird für dieses Jahr erwartet.

Für das Zusammenwachsen der Ortsteile Kloster Lehnins war sicherlich auch das bürgerschaftliche Projekt der Brandenburgischen Architektenkammer und des Infrastrukturministeriums in Potsdamwichtig: Zauche, Ziegel, Ziesterzienser 2017. Die Folgen reichen bis heute. Ortsspaziergänge in allen 14 Dörfer sind fast abgeschlossen. Im Sommer präsentiert sich die Gemeinde zudem auf dem Lehniner Platzin Berlin mit den sechs Litfaßsäulen, auf denen die Ortsteile vorgestellt sind.

Neue Plus-Bus-Strecken, zuletzt die Eröffnung der Emsterland-Linie, haben die Verkehrsanbindung Kloster Lehnins an den Regionalexpress 1 nach Potsdam und Berlin deutlich verbessert.

Die Herausforderungen in Kloster Lehnin für die kommende Wahlperiode sind vielfältig. Dazu zählt auch die Schaffung neuer Baulandflächen, ein erklärtes Ziel der Kommune. Einige Dörfer haben die Entwicklung bereits kennengelernt, wie Damsdorf und Lehnin, im kleinen Rädel hat ein Bauvorhaben dagegen jetzt für erheblichen Zündstoff gesorgt, doch auch dort wird es jetzt mit Abänderungen realisiert. Der Bau von Einfamilienhäusern schreitet damit in Kloster Lehnin voran.

Eine weitere Herausforderung ist ein geplantes Projekt von sechs Windkrafträdern im Wald bei Göhlsdorf. Der Windpark Dachsberg bei Bliesendorf, Ferch, Göhlsdorf und Lehnin soll insgesamt vorerst 18 Windräder groß werden. Gegen das Projekt läuft der Verein Baumfreunde Kloster Lehnin Sturm. Sie haben sich zu einer politischen Kraft entwickelt.

Die Damsdorfer Kita wird derzeit erweitert. Für die kommende Wahlperiode ist auch ein möglicher Neubau der Lehniner Kita im Gespräch. Darauf drängt der Lehniner Ortsbeirat. Der Kreis baut zudem die Rettungswache für knapp eine Million Euro neu. Fertig sein soll das Gebäude auf einem Grundstück an der Belziger Chaussee im kommenden Jahr. Damit bleibt Lehnin Standort für Notarzt- und zwei Krankenwagen. Die Lehniner Feuerwehr wird die bisherige Rettungswache übernehmen.

Weitere politische Ziele dürften der Kampf um besseren Lärmschutz entlang der Autobahn 2 sein und der Zugewinn weiterer Einwohner, um Lehnins Zentrumsfunktion zu stärken.