So wird sich der Schulcampus Lehnin wandeln

Die Gesamtschule Lehnin wird ab Februar mit Millionenaufwand erweitert. Es entstehen auf vier Etagen acht neue Klassenräume. Die Schülerzahl steigt bis 2022 von derzeit 650 auf 900 Kinder und Jugendliche.

So wird sich der Schulcampus Lehnin wandeln
Schulleiter Dirk Lenius mit Neuntklässlern vor dem Gesamtschulhaus, das ab Februar 2019 einen Anbau erhält. Quelle: Marion von Imhoff

Der Schulcampus Lehnin steht vor einem wesentlichen Entwicklungsschritt. Ab Februar 2019 wird das Gesamtschulhaus für 1,36 Millionen Euro um acht neue Klassenräume vergrößert, um Platz für die aufwachsende Oberstufe zu erhalten. Je 51 Quadratmeter groß werden die neuen Klassenzimmer. Schulleiter Dirk Lenius rechnet mit der Fertigstellung etwa zwölf bis 14 Monate später im Frühjahr 2020.

Läuft alles nach Plan, werden sich Lenius zufolge im gleichen Jahr weitere Bauarbeiten anschließen. Dabei soll in einem zweiten Bauabschnitt ein Verbindungsriegel zwischen dem Grund- und dem Gesamtschulhaus entstehen. So jedenfalls ist es derzeit vorgesehen. Dort wäre Platz für eine künftige Aula, ein großes Lehrerzimmer, weitere Fachkabinette und ein neuer Sekretariats- und Leitungsbereich. Etwa 2022 könnte dieser Komplex, so die Finanzierung gesichert ist, fertig sein. Im Schuljahr 2022/23 wird der erste Jahrgang in der 13. Klasse sein Abitur ablegen. „Dann haben wir hier einen tollen, ganz modernen Schulcampus.“

750.000 Euro investiert die Gemeinde selbst

Die Gemeinde Kloster Lehnin als Träger der Schule investiert nach Angaben von Bürgermeister Uwe Brückner (parteilos) 750.000 Euro in den Anbau. Die übrigen 613.000 Euro sind Fördermittel.

Das Gesamtschulhaus entspricht dem DDR-Schultypus Erfurt. In Anlehnung daran spricht Lenius nun „vom künftigen Typ Lehnin wegen seiner Einmaligkeit. Ich hoffe sehr, dass ich das noch vor meiner Pensionierung erlebe.“ Diese freilich ist noch mindestens sechs Jahre hin, wie der Schulrektor gesteht. Das Ziel scheint also durchaus erreichbar.

Der Anbau zieht sich über sämtliche Etagen

Der in diesem Schuljahr beginnende Anbau vergrößert das Schulhaus seitlich um eine Breite von rund drei Metern. Der Anbau zieht sich in einem Mittelstück alle vier Geschosse hoch. Dafür wird die Front zwischen den beiden äußeren Treppenhäusern herausgeschnitten und nach vorne versetzt. Der Schulbetrieb läuft derweil weiter.

„Es werden Betonstemmarbeiten stattfinden, es wird Staub und Krach geben“, so Lenius. Ein Teil des Schulhofes wird während der Bauarbeiten gesperrt. Wegen der Größe des Areals sei das kein Problem, so der Rektor.

Der Hort zieht ins Grundschulhaus

Der Hort, in Lehnin integrierte Tagesbetreuung genannt, räumt vor Baubeginn das alte, 1918 erbaute Dorfschulhaus und zieht in die Grundschule. Die frei gewordenen Räume im alten Schulhaus werden weitere mindestens acht Klassenzimmer und die Büroräume Sekretariate. Eine Variante sieht aber auch vor, im Flur des Gesamtschulhauses durch Trockenbau ein neues Sekretariat zu schaffen.

Im Grundschulhaus wird es eine Doppelnutzung mehrerer Klassenzimmer geben, vormittags für den Unterricht und nachmittags für den Hort. Wohl zwei Klassenräume werden ausschließlich dem Hort zur Verfügung gestellt. Das sind momentan die Überlegungen.

Gesamtschule ist Erfolgsmodell

Die Lehniner Grund- und Gesamtschule ist ein Erfolgsmodell. Aus über 40 Dörfern, Städten und Gemeinden kommen die Schüler. Wird die Schülerschar der früheren Oberschule 2022 bis zur Oberstufe aufgewachsen sein, werden rund 900 Kinder und Jugendliche am Campus unterrichtet. Das sind 250 Schüler mehr als derzeit. Die Anmeldezahlen bezeichnet Lenius als „noch besser, als wir es uns je vorgestellt haben und über den Prognosen“.

Es gibt derzeit fünf siebte Klassen, unterteilt in sechs Lerngruppen mit je 21 Schülern. 61 Lehrer unterrichten am Schulcampus, unterstützt von vier Referendaren und drei Studenten im Praktikum. „Alle Stellen sind besetzt“, so Lenius. Sechs Schulbegleiter gehören außerdem zum Team. Auf 80 bis 90 Pädagogen wird das Kollegium bis 2022 wachsen.