Wo liegt die Zukunft der Lehniner Gesamtschüler?

Wo liegt die Zukunft der Lehniner Gesamtschüler?

Am Donnerstag, 28. März 2019, fand wie jedes Jahr der Zukunftstag statt. Nun, dies ist nichts Neues. Dennoch gab es für die Schüler der 7. und 8. Klassenstufe viele wichtige Neuigkeiten in der Region zu entdecken.

SchülerInnen  von vier  7. Klassen lernten an diesem Tag „grüne“ Berufe kennen. In unserer ländlichen Gegend ist das kaum ein Problem. Die SchülerInnen kennen auf dem Land den typischen Geruch. Sie wissen, dass es Betriebe gibt, die damit zu tun haben. Aber wie sieht so ein Betrieb von „Innen“ aus und welche Berufe gibt im ländlichen Bereich? Ist hier die berufliche Zukunft?

Die RBB Rinderzucht Berlin-Brandenburg GmbH in Groß Kreutz und das OSZ Oberstufenzentrum in Groß Kreutz unterstützten diesen Tag, indem sie die SchülerInnen über die Berufe informierten. Auszubildende im OSZ zeigten an praktischen Beispielen, wie der Florist mit Hand- und Fingergeschick kleine Blumensträußchen bindet. Zukünftige GärtnerInnen führten ein Quizz mit Gartengeräten durch und gaben Tipps beim Säen von Kressesamen in die kleinen Töpfchen. Wer Pferdewirt/in werden möchte, muss die Anatomie des Pferdes am Modell genau erlernen. Mit einem kleinen Fußweg verbunden, erreichten die SchülerInnen die RBB GmbH. Dort wurde ihnen ausgiebig der Betrieb vorgestellt. Die Besamung der Rinder ist eine bedeutungsvolle Aufgabe für die Wirtschaft.  Lehrlinge stellten den Beruf des Landwirtes vor und ließen interessierte SchülerInnen auch mal auf dem Traktor mitfahren. Auch die Agentur für Arbeit gab wichtige Informationen zu den „grünen“ Berufen. Wir bedanken uns bei den Landwirtschaftsbetrieben, dem OSZ und insbesondere bei Frau Herrmann vom landaktiv-Verein für die gute Organisation, auch bei den Unternehmen in Golzow und Grüneiche, welche uns für unsere zwei 7. Klassen schon am Mittwoch,  27. März,  „grüne“ Berufe und ihren Betrieb, der Milchvieh- und Biogasanlage und der Agrargenossenschaft Planetal Golzow e. G./Schmidt Ankum, präsentieren konnten.

 

Die etwas größeren Schülerinnen hatten schon zuvor eine Auswahl von 5 Betrieben zu treffen.

Wofür interessierst du dich? Das OSZ in Werder, die Bundeswehr, die Bäckerei Exner, die Fruchtexpress Import Export GmbH und die Metallbau-Windeck GmbH boten für den Zukunftstag an, die Schülerinnen der Grund- und Gesamtschule Lehnin über ihre Ausbildungsberufe und ihren Betrieb zu informieren. Nachdem sich 105 Schülerinnen sortiert hatten, fuhren fünf Gruppen mit jeweils einem Bus an den jeweiligen Standort. Vier dieser Betriebe befinden sich in unserer Region. Viele „kennen“ die Betriebe. Man fährt mal vorbei oder sieht deren Betriebsfahrzeuge. Was steckt aber dahinter? Wer arbeitet dort? Was passiert da? Gibt es da Berufe für die Zukunft unserer SchülerInnen?

 

Die Fruchtexpress Import Export GmbH stellte ihren Betrieb vor. Frau Baier organisierte den Ablauf. Die Gruppe konnte die Bananenreiferei kennen lernen. Sie erfuhren von dem Lagerungsprozess der Bananen, der von der Anlieferung aus dem Hamburger Hafen der grünen Banane bis zum verkaufsfähigen Produkt erfolgt. Sie durften den sonst dunklen Raum betreten und wissen nun, dass die Bananen mit einem speziellen Gas präpariert werden, um nach 5 Tagen die gewünschte  Reife zu erhalten. Es wurden auch Äpfel auf ihre Festigkeit und Süße getestet. Sehr lecker waren auch die importierten Erdbeeren und Mandarinen. Zusätzlich wurden die SchülerInnen mit Getränken verköstigt. Wichtige Ausbildungsberufe vom Berufskraftfahrer über den Fachlageristen, dem Gärtner für Obstbau und Gemüsebau, den Groß- und Außenhandels- und Speditionskaufläuten, auch mit Abitur, bis hin zu den Land- und Tierwirten. Der Lagerist und Kaufmann/Kauffrau im Groß- und Außenhandel, auch mit Abitur, sind in diesem Unternehmen.

 

In der Bäckerei Exner in Beelitz begrüßte uns Frau Exner persönlich. Sie stellte den Schülerinnen ihren Betrieb vor und erklärte, dass die SchülerInnen auch praktisch tätig sein werden. Warum sich eine Bäckerei am Rand der Stadt befindet, ist durch ein paar Befindlichkeiten begründet. Immer weniger  Bürger möchten den morgendlichen Lärm der Lieferfahrzeuge und den ständigen Geruch vom sonst leckeren Duft der Backwaren haben. Das erfolgreiche Familienunternehmen hat sich in den letzten Jahren einen guten Ruf geschaffen. Einen Einblick in die Geschichte dieser Bäckerei und über viele interessante Tätigkeiten und Anforderungen an den Beruf des Bäckerhandwerks sowie wichtigen Tipps zur modernen Bewerbung wurden durch Frau Exner mitgeteilt. Selbst für mich war es neu, dass es neben dem Bäckerberuf einen Ausbildungsberuf als Cafémanager/in gibt. Die SchülerInnen erfuhren auch, dass die Bäckerei regionale Rohstoffe bis auf ein paar wenige Ausnahmen, den Gewürzen, verwendet. Dies erklärt auch die entsprechende Brotvielfalt.

Mit einer schönen roten Kopfbedeckung durften die SchülerInnen in den großen Backraum.  Dort konnten sie selbst an einem Produktschritt mitwirken. Sie formten eine besondere Brezelform, die ihren Namen von einem Sportverein erhalten hat. Die vorbereiteten Teiglinge wurden dann im Ofen gebacken. Während dieser Zeit durften die SchülerInnen unter Anleitung ein eigenes Heißgetränk zubereiten und ein leckeres Gebäck verkosten. Die fertig gebackenen Brezeln wurden dann fachlich korrekt in Tüten verpackt. Zum Schluss gab Frau Exner den SchülerInnen noch einen Lieblingsspruch von Herrn Dr. Hirschhausen mit auf den Weg: „Glück ist mehr als man erwartet.“ Kann man mal darüber nachdenken.

Frau Damaschke, Mitarbeiterin des Familienunternehmens der Metallbau-Windeck GmbH, empfing eine Gruppe in Rietz, ein Ortsteil der Gemeinde Kloster Lehnin. Sie erklärte der Gruppe von Jungen und Mädchen, die Entwicklung des Familienbetriebes. In diesem Unternehmen werden Metallrahmen für Fenster hergestellt. Besonderes Geschick im räumlichen Vorstellungsvermögen, Lesen von technischen Zeichnungen und Umgang mit entsprechenden Maschinen ist hier gefragt. Bei einer Betriebsführung durch die Hallen konnten die Schüler einen Einblick in das Werksleben erahnen. Der Betrieb hat neben Berlin und Brandenburg auch in Potsdam-Mittelmark einige Referenzobjekte, wie das TGZ Bad Belzig oder eine Schule in Stahnsdorf, die nun die Schüler mit dem neuen Wissen zu diesem Unternehmen genauer wahrnehmen.

Im OSZ Werder angekommen, gab Frau Dr. Bader-Schelski den SchülerInnen zum Ablauf des Zukunftstages Hinweise, um den Beruf des Biologisch technischen Assistenten BTA von den Auszubildenden an verschiedenen Stationen kennen zu lernen. Zum Start wurde den SchülerInnen die Firma Biotecon Diagnostics aus Hermannswerder vorgestellt. Damit erfuhren sie, was man mit einem BTA-Abschluss erreichen bzw. werden könnte. Anschließend wurden in kleinen Gruppen an vier Stationen Grundkenntnisse vermittelt. Die Mädchen und Jungen konnten sich als „Honigtester“ beweisen. Hier wurde die Qualität von Lindenblütenhonig getestet. Dazu wurden Pollen unter dem Mikroskop gezählt. Die Honigbiene wurde an der Station Zoologie genauestens betrachtet und beschriftet.  An der letzten Station wurde Brause hergestellt und verkostet sowie deren Zuckerwerte ermittelt.

Der Transport zu diesen Betrieben wurde durch das Busunternehmen Behrendt ermöglicht. Die Fahrkosten für den Zukunftstag wurden durch Mittel des INISEK-I-Projektes aus dem europäischen Sozialfond finanziert.

Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist Europas wichtigstes Instrument zur Förderung der Beschäftigung. Er fördert die Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, unterstützt die Menschen beim Zugang zu besseren Arbeitsplätzen und bei der beruflichen Bildung und Qualifizierung. Im Land Brandenburg wird mit den ESF-Förderprogrammen in der Förderperiode 2014-2020 das Ziel verfolgt, die Beschäftigungsmöglichkeiten zu verbessern und Bildung, Fachkräftesicherung und Integration in Arbeit zu fördern. Der ESF trägt so auch zur Armutsbekämpfung und zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts bei. Der ESF investiert in Menschen. Er unterstützt Unternehmen und Beschäftigte bei der Qualifizierung und Fachkräftesicherung. Der ESF fördert die Chancengleichheit und den Zugang zu Beschäftigung. Er leistet so einen Beitrag zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts und zur Armutsbekämpfung.

Die Bundeswehr, teilweise ein regionaler Betrieb in der Gemeinde Kloster Lehnin, organisierte einen Ausflug nach Havelberg zu dem Panzerpionierbataillon in der Elb-Havel-Kaserne. Interessierte SchülerInnen konnten hier einen Blick auf einen Nachbau eines Feldlagers sowie eine Ausstellung über Einsatzbereiche  des Bataillons betrachten. Dabei wurde auch der zivile Einsatz verdeutlicht, wie zum Beispiel bei der Brandschutzbekämpfung in Fichtenwalde im letzten Sommer, Unterstützung zur Bekämpfung des Elbehochwassers oder für die Munitionsbergung, -entschärfung.

Beeindruckend waren die großen Fahrzeuge mit ihren verschiedenen Aufgaben, ob für den Brückenbau oder zum Schneisen herstellen. Wie gut muss man sein Fahrzeug beherrschen und die Technik verstehen, dass man fast geräuschlos die Brückenteile vom Fahrzeug auf die Straße abstellen kann? Die Karriereberaterin, Frau Lieske, informierte die SchülerInnen über die Berufswege in der Bundeswehr und Ausbildungsberufe bei der Bundeswehr. Sie verdeutlichte den 8.-klässlern, dass es gut ist, zunächst den Weg für eine Berufsausbildung und anschließend mit entsprechender Reife den Schritt zur Bundeswehr zu gehen.

In der Schule wurde im Unterricht von den besonderen Erlebnissen berichtet.

Hier kann nun jeder Schüler, Mädchen und Jungen, sich über die berufliche Zukunft Gedanken machen. Ein Zugewinn gibt es für alle. Jeder kennt mindestens einen Betrieb in dieser Region mehr und weiß, wie wichtig diese Betriebe sind und welche Berufe sich damit verbinden.

Wir bedanken uns herzlich bei allen Betrieben für diesen erfolgreichen Tag und wünschen für die nächsten Zukunftstage eine weitere gute Zusammenarbeit.